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Je mehr Schatten, desto mehr Windschatten

Von "Fellbach und Rems-Murr-Kreis", aktualisiert am 17.06.2010 um 00:00

 

Radsport Die Große Kreisrundfahrt des RV Fellbach feiert dieses Jahr ein kleines Jubiläum: 

Die Tour durch den Rems-Murr-Kreis mit drei verschiedenen Streckenvarianten (71, 120 und 151 Kilometer) 

wird am Sonntag zum 25. Mal ausgetragen. Von Gerhard Pfisterer, Fellbacher Zeitung

 

Schatten bedeutet Sonne, Sonne bedeutet gutes Wetter - und gutes Wetter bedeutet viel Windschatten. 

Denn in diesem Fall starten bei der Großen Kreisrundfahrt des Radsportvereins Fellbach besonders viele Teilnehmer. 

So war das in den vergangenen Jahren, und so wird das auch am Sonntag wieder sein. 

Die äußeren Bedingungen machen extrem viel aus: Bei der ersten Auflage im Jahr 1986 gab es knapp 800 Starter, 

1997 waren es nur zehn - bei Dauerniederschlag.

 

"Das war wirklich ein richtig trauriges Ergebnis. Da hatte es schon den ganzen Samstag geregnet, und am Sonntag ging es gerade 

so weiter", sagt der Mitorganisator Udo Haag im Rückblick. Die Fortsetzung der Veranstaltung geriet damals auf die Kippe, weil die 

Teilnehmerzahlen schon in den Jahren zuvor sehr zu wünschen übriggelassen hatten. Doch 1998 waren dann wieder mehr als 

400 Radsportler dabei, womit sich der gewaltige Aufwand wieder lohnte. "Bei dieser Größenordnung liegt auch meine Messlatte", sagt Udo Haag.

 

Die vom RV Fellbach organisierte Radtour durch den Rems-Murr-Kreis feiert heuer ein kleines Jubiläum. 

Seit 1986 wird sie ohne Unterbrechung ausgetragen - das 25. Mal schwingen sich mithin in diesem Jahr Pedaleure in den Sattel, 

um auf ausgeschilderten Strecken 71, 120 oder 151 Kilometer zurückzulegen. Start und Ziel ist bei der Zeppelinhalle in Fellbach.

 Die Touren sind die gleichen wie in den vergangenen Jahren, das hat einen - traditionellen - Vorteil. "Bei Strecken, die bereits einmal

 genehmigt wurden, ist das Antragsverfahren einfacher", sagt der Vereinsvorsitzende Rupert Mayer.

 

Traditionell bietet die Große Kreisrundfahrt Radsportlern eine Testgelegenheit kurz vor dem beliebten Alb-Extrem-Marathon. 

Die Veranstaltung des MRSC Ottenbach, bei der die kürzeste Strecke allerdings schon stolze 200 Kilometer und 2800 Höhenmeter 

umfasst,

 findet nur sieben Tage später statt. Die drei Fellbacher Streckenvarianten haben 750 Höhenmeter (auf 71 Kilometer), 1500 Höhenmeter 

(auf 120 Kilometer)

 respektive 1800 Höhenmeter (auf 151 Kilometer) - siehe auch nebenstehenden "Hintergrund".

 

Traditionell ist der Aufwand für die Große Kreisrundfahrt gewaltig. Schon einen Tag davor sind etliche Helfer mit dem Anbringen der 

Streckenhinweise beschäftigt, die am frühen Sonntagmorgen noch einmal kontrolliert werden. "Wir bekommen für unsere Beschilderung 

immer großes Lob", sagt Udo Haag. Der halbe Verein ist am Sonntag beschäftigt: 40 Helferinnen und Helfer erfüllen die verschiedenen 

Aufgaben von der morgendlichen Ausgabe der Startnummern bis zum abendlichen Abbau von zusätzlichen Straßenschildern für die 

Autofahrer. 251 Teilnehmer waren es vergangenes Jahr - diesmal hoffen die Fellbacher Macher wieder auf mehr.

 

"Es hängt alles vom Wetter ab: Wenn es schlecht ist, bleiben die Herrschaften Radfahrer eben alle im Bett liegen", 

sagt Udo Haag und lächelt. "Ich hoffe, das Wetter spielt diesmal wieder mit." Die Regel für die Große Kreisrundfahrt ist einfach: 

Je mehr Schatten, desto mehr Windschatten.

 

Info: Start und Ziel der Großen Kreisrundfahrt des RV Fellbach sind am Sonntag vor der Zeppelinhalle. 

Tourbeginn für die 120- und die 151-Kilometer-Strecke ist zwischen 6.30 und 9 Uhr, für die 71-Kilometer-Strecke 

zwischen 7 und 10 Uhr. Meldungen sind nur am Sonntagvormittag vor Ort möglich. Das Startgeld beträgt sechs Euro pro 

Teilnehmer, Inhaber von Wertungskarten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) zahlen die Hälfte.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rvf1905.de.

 

 

 

FOTOS:         Rad und Rolli Tour

Kraichgau-Nachrichten vom 20.07.2009 von Stefanie Pfäffle

360 Teilnehmer bei der 14. Rad- und Rolli-Tour

  

„Es ist einfach der Wahnsinn, wenn man die Begeisterung der Leute erlebt.“

Helferin Peggy Tol-Hecker

Bad Rappenau - Einmal links gefaltet, einmal rechts gefaltet, in der Mitte zusammen - und schon landet wieder ein T-Shirt auf dem Stapel.
 Der wird immer größer, denn schließlich bekommt jeder Teilnehmer an der 14. Bad Rappenauer Rad- und Rolli-Tour ein solches Erinnerungsstück. 
Das sind am Samstag trotz der kühlen Temperaturen 360, mehr als im Vorjahr.

Davon sind rund 40 behindert, eine Zahl, die den Organisatoren von der Kur- und Klinikverwaltung besonders am Herzen liegt.
„Wir machen das Ganze wegen der Integration, deswegen soll es auf keinen Fall eine bloße Radfahrt werden“, betont Ingmar Schiedel, 
Referent für Öffentlichkeitsarbeit.

Eintracht

Im Bad Rappenauer Kurhaus steigt langsam die Spannung. Bald müsste der Tross den See erreichen, dessen Umrundung den Abschluss der Fahrt bedeutet. 
Bis zu 86 Kilometer liegen dann hinter den Teilnehmern, die entweder am Stuttgarter Schlossplatz, auf dem Winnender und Murrhardter Marktplatz oder 
einem der vier Etappenorte unterwegs loslegen konnten. Unterwegs werden die Radler mit Getränken und Nahrung versorgt. „Wir haben alleine 1400 Liter 
Wasser dabei“, erzählt Peggy Tol-Hecker, Assistentin der Verwaltungsleitung. Sie wie auch alle anderen Helfer sind an diesem Tag ehrenamtlich mit von der 
Partie. „Es ist einfach der Wahnsinn, wenn man die Begeisterung der Leute erlebt“, schwärmt sie. Da kommt der Tross ums Eck. Vornweg das Polizeimotorrad,
fahren die Räder in gleichmäßigem Tempo um den See herum. Zweiräder kurven neben Handbikes, Tandems neben Dreirädern, alles in absoluter Eintracht 
und mit strahlenden Gesichtern. Applaus empfängt die Teilnehmer.

Unterwegs ist nichts passiert. Dafür sorgen auch die 20 gelben Radler. Sie helfen den Behinderten und kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf. 
Brigitte Mayer und Rupert Mayer, weder verwandt noch verschwägert, tragen beide die Erkennungsshirts. „Wir sind die ersten 38 Kilometer vorneweg 
gefahren, um das Tempo bei etwa 15 bis 18 Stundenkilometer gleichmäßig zu halten“, erklären die Mitglieder des Radsportvereins Fellbach.

Die beiden fahren auf einem Tandem, denn Brigitte Mayer ist seit einem Unfall sehbehindert, sie sieht rechts nur noch eingeschränkt. Ein bisschen abstimmen 
müsse man das Fahren schon, erklären beide. „Aber das Tandem ist ideal für gemeinsame Touren von Nichtbehinderten und Behinderten.“

Erst Neugier, dann Spaß Ganz allein auf seinem dreirädrigen Liegerad ist Helmut Wöhner unterwegs. Vor 20 Jahren hatte der Ludwigsburger einen 
Schlaganfall. „Danach habe ich krampfhaft versucht, Zweirad zu fahren, aber das klappte nur ohne Verkehr“, erzählt er. Das Liegerad sei weit weniger
 mühselig.

Der 67-Jährige fährt bereits seine fünfte Rad- und Rolli-Tour. „Das erste Mal war reine Neugier, aber dann hatte ich so viel Spaß, dass ich wieder mit wollte.
“ Inzwischen hat der Regen doch eingesetzt. In Windeseile flüchten die Radler ins Kurhaus, wo das ersehnte Buffet auf seine Erstürmung wartet. Später 
werden Leonora Knopp (Jahrgang 2003) als jüngster und Fred Trappenberg (Jahrgang 1932) als ältester Teilnehmer ausgezeichnet. Die größte Gruppe, 
die erstmals mit Spanferkel und einem Fass Bier belohnt wird, stellt der Motorradclub Obergimpern mit 29 Radlern.



Fellbacher Zeitung vom 22.05.2009

Mehr Info´s: www.aphasiker.de     oder  www.aphasie-schlaganfall-bw.de/jungeaphasiker.htm

 

Fellbacher Zeitung vom 24.06.2008    


Bild und Text: Michael Käfer von der FZ


Fellbacher Zeitung vom 26.10.2005